Wenn Lehrer um sich schlagen -

                        ein Selbstverteidigungskurs für

                        Lehrer der Karl-Ziegler-Schule, Mülheim

Gewalt gegen Lehrer und auf dem Schulhof - alles keine Seltenheit. Deshalb boten von April bis Mai unsere Trainer Andrea Landich

und Benedikt Meinhardt einen Selbstverteidigungskurs für Lehrer am Karl-Ziegler-Gymnasium in Mülheim an.

 Jetzt standen die Lehrer mal auf der „anderen Seite des Pults“. Auf dem Stundenplan: „Jiu Jitsu - waffenlose Selbstverteidigung - Gefahren erkennen - vorbeugen - abwehren“.

Und so ging es auch gleich los. Ein Mensch, der uns eine Hand auf die Schulter legt um uns aufzuhalten, ist kein Angreifer, der gleich zu Boden geknüppelt werden muss. Mit ein paar kleinen Bewegungen ist man ihn schon wieder los und er kann in eine andere Richtung weiter gehen - vielleicht findet er dort ein besseres Opfer. Doch vielleicht wird hieraus auch ein härterer Angriff - entsprechend härter wurden bei dieser Übung auch die Abwehren.

 

Eine wichtige Übung waren für Andrea und Benedikt die vitalen Körperpunkte beim Gegenüber anzugreifen. Hals, Ohren, Augen, Genitalien - hier kann man einen Angreifer gut stoppen.

 Aber auch Gelenkhebel sowie Schläge und Tritte standen für die Lehrer auf dem Programm.

 Von mehreren mit Schlagpolstern geschützten Kollegen in eine Ecke gedrängt, galt es nun, sich den Weg „frei zu boxen und zu treten“.

„Das ist eine gute Übung für die Kondition und zum Umgang mit Stress“, erklärt Benedikt. Aber es ging nicht nur ums Zuschlagen, sondern auch ums Vorbeugen. Andrea und Benedikt hielten einen kleinen Theorieteil parat, in dem zum Beispiel das richtige Verhalten in einem Aufzug gezeigt wurde. Denn auch bei solch alltäglichen Situationen, kann manch einer oder eine plötzlich ein Problem bekommen.

 

„Geht nicht bis nach hinten durch“, erklärte Andrea, „bleibt vorne bei der Schalttafel stehen und schaut sie Euch an, damit Ihr wisst, wo der Alarmknopf ist und wie die zugehende Tür wieder zu öffnen ist. Und wenn jemand zu Euch in den Aufzug möchte, der Euch nicht geheuer ist, schnell das Türschließen verhindern und raus aus dem Käfig. Das geht aber nicht von der hinteren Wand aus…“

 Wie verhalte ich mich im Parkhaus und wie mache ich aus einem offensichtlichen „Frauen-Auto“ ein Auto, zu dem vermeintlich ein Mann zurückkommt.

 Aber auch ein kleiner Exkurs zum Thema „Pfefferspray und Co“ stand auf dem Stundenplan. Jedoch sollte am meisten praktisch geübt werden.

 Und also würgten, schlugen und traten die Kollegen der Karl-Ziegler-Schule was das Zeug hielt.

 Doch bei aller Ernsthaftigkeit darf der Spaß nicht zu kurz kommen und so konnte man neben Kampfschreien und auf Schlagpolster klatschende Fäuste auch immer wieder lachende Menschen aus der Sporthalle hören.